Spam am Wahltag: Blockierte SMS steigen um 955 Prozent, Wahlkampfnachrichten fluten israelische Handys

Die Israelis wachten am Wahltag mit einer Flut von Wahlkampf-SMS auf. Laut Fisherman Security stieg der blockierte Spam im Vergleich zu einem gewöhnlichen Dienstagmorgen um 955 Prozent, wobei die Demokraten den größten Anteil der erfassten politischen Nachrichten verschickten.
Die am Dienstag, dem 27. Oktober, veröffentlichten Zahlen stammen aus der Spamfilter-App von Fisherman Security, die laut Calcalist auf Tausenden Handys in Israel installiert ist. Sie zeigen, was die App erfasst und blockiert hat, nicht jede im Land verschickte SMS.
Ein Morgen voller Wahlkampfnachrichten
Nach Angaben des Unternehmens stieg der blockierte Spam um 955 Prozent gegenüber denselben Stunden eines durchschnittlichen Dienstags und um 534 Prozent gegenüber dem vorherigen Dienstag. Bis 10 Uhr machte Wahlwerbung 65,1 Prozent der Nachrichten im beobachteten Verkehr aus, und 78 Prozent der Nachrichten wurden blockiert.
Welche Parteien am meisten verschickten
Unter den von Fisherman erkannten politischen Nachrichten entfielen 23,1 Prozent auf die Demokraten, gefolgt von Gadi Eisenkots Yashar mit 12,2 Prozent und Otzma Yehudit mit 11,8 Prozent. Der Likud kam laut von Israel Hayom veröffentlichten Zahlen auf lediglich 0,3 Prozent.
Die Zahlen zeigen, welche Kampagnen am stärksten auf Massen-SMS setzten, nicht wie die Israelis wählen wollen. Die Parteien nutzen unterschiedliche Kanäle, und der Likud investiert seit Langem in seine eigene Basisarbeit, eigene Apps und soziale Medien.
1.788 Absendernamen
Fisherman erklärte außerdem, die Kampagne von Otzma Yehudit habe 1.788 verschiedene Absendernamen, darunter durchnummerierte Varianten, verwendet, um die Blockierung zu umgehen. Wechselnde Absendernamen sind ein gängiger Weg, Filter zu umgehen, die einen bekannten Absender sperren, nachdem Nutzer ihn gemeldet haben.
Eine Rekordwoche für SMS
Der Anstieg begann nicht erst am Wahltag. Calcalist berichtete, dass Cellcom am Tag vor der Wahl 213 Millionen SMS über sein Netz übertrug, verglichen mit 120 Millionen am Vorabend der Wahl 2022. Diese Zahl umfasst den gesamten Verkehr im Netz, nicht nur politische Nachrichten.
Israels Anti-Spam-Gesetz zielt auf kommerzielle Werbung ab, Wahlkampfnachrichten bewegen sich seit Langem in einer Grauzone, und jeder Wahlkampf bringt Beschwerden von Wählern mit sich, die sich nie für den Empfang angemeldet haben. Da die Wahllokale bis 22 Uhr geöffnet waren, wurde erwartet, dass die Nachrichten bis zur letzten Minute weiter eintreffen.



