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Israel News Pulse

Antisemitismus

Kroatien nimmt Hajduk-Fans nach antisemitischen Gesängen vor Ajax-Spiel fest

Flutlicht beleuchtet einen grünen Fußballrasen, der in der Abenddämmerung von leeren blauen Sitzreihen umgeben ist.
Hajduk-Split-Fans, Kroatien Hinweis

Die kroatische Polizei hat am 16. Oktober 2026 mindestens zwölf Anhänger von Hajduk Split nach antisemitischen Gesängen und Hitler-Verherrlichung vor dem Spiel gegen Ajax festgenommen. Präsident, Regierung und Israels Botschaft verurteilten das Verhalten.

Der Aufmarsch fand vor Hajduks 2:1-Sieg gegen Ajax im Poljud-Stadion von Split am 15. Oktober statt. Die Partie gehörte zur UEFA Conference League, nicht zur Europa League.

Polizei ermittelt wegen Aufstachelung zum Hass

Associated Press berichtete von zwölf Festnahmen wegen des Verdachts der Anstiftung zu Gewalt und Hass. Weitere Festnahmen seien möglich. Anhänger aus dem Umfeld der Fangruppe Torcida zogen durch Split, skandierten gegen Juden und verherrlichten Hitler. Bei dem Marsch wurde zudem eine Sargattrappe mit dem Namen von Ajax gezeigt.

Diese Festnahmen waren von früheren Ingewahrsamnahmen im Zusammenhang mit Zusammenstößen rund um das Spiel zu unterscheiden. Die Zahlen dürfen nicht addiert werden, als wären alle wegen desselben mutmaßlichen Delikts festgenommen worden. Eine Festnahme stellt außerdem keine Schuld fest.

Das Spiel selbst wurde wegen Pyrotechnik und Unruhen ungefähr zwölf Minuten unterbrochen. Danach lief es weiter und endete mit einem Heimsieg. Es wurde also nicht endgültig abgebrochen.

Präsident verlangt mehr als Verurteilungen

Präsident Zoran Milanović erklärte am 16. Oktober, die Verherrlichung des NS- und des Ustascha-Regimes erfordere eine dringende und anhaltende Reaktion von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten. Er verlangte konkrete Maßnahmen und Sanktionen. Wiederholte Missbilligung allein reiche nicht mehr aus.

Auch die Regierung von Ministerpräsident Andrej Plenković verurteilte das Verhalten. Israels Botschaft äußerte sich besorgt über den antisemitischen Auftritt. Der kroatische Fußballverband erklärte laut AFP und AP, solche Handlungen schadeten den Werten und dem Ansehen des Sports.

Hajduks Führung distanzierte den Verein von den Aktionen der Fans und äußerte Bedauern, berichtete AP. Die Reaktionen kamen von Institutionen mit unterschiedlichen Aufgaben: Die Regierung befasste sich mit öffentlicher Ordnung und Hassrede, die Fußballgremien mit Fanverhalten und Sicherheit beim Spiel.

Die Gesänge bezogen sich auf eine mörderische Geschichte

Die Parolen gingen über Feindseligkeit gegenüber einer Gastmannschaft hinaus. Sie richteten sich gegen Juden und verherrlichten den für den Holocaust verantwortlichen NS-Führer. Ajax’ historische Verbindung zur jüdischen Gemeinde Amsterdams erklärt den Bezug, macht antisemitische Beschimpfungen aber nicht zu normaler sportlicher Rivalität.

Milanović verurteilte auch die Verherrlichung der Ustascha, jener faschistischen Bewegung, die den mit NS-Deutschland verbündeten kroatischen Staat im Zweiten Weltkrieg beherrschte. Ihre Verfolgung und Ermordung von Serben, Juden und Roma geben solchen Bezügen eine konkrete historische Bedeutung statt den Charakter beliebiger Beleidigungen.

Strafverfahren und Sportdisziplin bleiben getrennt

Polizeiliche Ermittlungen betreffen individuelles Verhalten und mögliche strafrechtliche Verantwortung. Ein UEFA-Disziplinarverfahren würde Fragen innerhalb der Regeln des europäischen Fußballs behandeln. Das Ergebnis des einen Verfahrens entscheidet nicht automatisch über das andere.

Israel News Pulse konnte bis zur Erstellung dieses Artikels am 16. Oktober keine veröffentlichte UEFA-Entscheidung und keinen bestätigten Termin einer Disziplinaranhörung unabhängig finden. Belegt sind die Festnahmen, die offiziellen Verurteilungen und das beendete Spiel. Eine bestimmte Geldstrafe, Zuschauerbeschränkung oder ein künftiger Entscheidungstermin lassen sich noch nicht nennen.

Ajax empfängt in seinem nächsten Heimspiel der Conference League am Donnerstag, 22. Oktober, Atalanta in der Johan Cruijff ArenA. Das Stadion nennt als Anstoßzeit 21:00 Uhr in Amsterdam, entsprechend 22:00 Uhr in Israel.

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