Israel erhöht laut Berichten die Bereitschaft wegen Iran und Hisbollah

Israelische Berichte vom 15. Oktober beschreiben verstärkte Vorsichtsmaßnahmen, ohne konkrete Erkenntnisse über einen Angriffsbeschluss Irans oder der Hisbollah. Der Armeechef hatte bereits öffentlich gewarnt.
Israel hat seine militärische Bereitschaft wegen einer möglichen Eskalation mit Iran und der Hisbollah erhöht, berichteten israelische Medien am 15. Oktober, weniger als zwei Wochen vor dem geplanten Wahltermin. Kan erklärte, zu diesem Zeitpunkt gebe es keine konkreten Erkenntnisse, dass eine der beiden Seiten einen Angriff beschlossen habe. Die geschilderten Vorsichtsmaßnahmen betreffen damit ein Risiko, keinen bestätigten gegnerischen Angriffsbefehl.
Raketentests und mögliche Fehlkalkulationen
Kans Militärkorrespondent Itay Blumental berichtete von Sorgen über iranische Tests ballistischer Raketen und Drohnen, die in der Vorwoche begonnen hätten. Der Sender verband die höhere Alarmbereitschaft mit Vorbereitungen auf eine mögliche Eskalation, ohne ein konkretes Ziel oder einen Angriffszeitpunkt zu nennen.
Ynet schilderte gesondert israelische Befürchtungen hinsichtlich Irans, der Hisbollah und der Huthi im Jemen. Ein Szenario wäre eine begrenzte Aktion, die eine wesentlich größere Reaktion auslöst. Ein anderes betrifft wechselseitige Fehlkalkulationen: Eine Seite könnte Vorbereitungen der anderen als Beweis eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs verstehen und zuerst handeln.
Zamirs Warnung erfolgte am 14. Oktober
Generalstabschef Eyal Zamir hatte bereits am 14. Oktober bei einem Besuch im Hauptquartier des Zentralkommandos in Jerusalem und im südlichen Judäa, in der international als Westjordanland bezeichneten Region, vor wachsendem Eskalationspotenzial gewarnt. Die Times of Israel veröffentlichte am folgenden Tag die vom Militär übermittelten Angaben.
Zamir forderte Wachsamkeit an allen Fronten und erklärte die Armee zu umfangreichen Offensivoperationen gegen Versuche bereit, israelischen Zivilisten zu schaden. Außerdem verwies er auf die Verlegung des Hauptquartiers der 98. Division nach Judäa und Samaria, um die militärische Präsenz dort zu verstärken.
Seine Lagebewertung umfasste auch die Sicherheit während der Olivenernte. Er verlangte Schutz für die Bevölkerungsgruppen vor Ort und verurteilte Gewalt gegen Unschuldige. Neben der regionalen Warnung ging es somit auch um die öffentliche Ordnung.
Ein separater Sprengstofffund beschäftigt Washington
US-Außenminister Marco Rubio sprach am 15. Oktober mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun über die Beschlagnahmung von Hunderten Kilogramm Sprengstoff der Hisbollah durch den Libanon. Reuters stützte die Angaben zum Gespräch auf einen US-Regierungsvertreter.
Rubio forderte den Libanon auf, den Sprengstoff nicht zurückzugeben und die Auftraggeber, Geldgeber und Organisatoren der Lieferung zur Verantwortung zu ziehen. Das Gespräch betraf das Vorgehen libanesischer Behörden und Waffen der Hisbollah. Die Beschlagnahmung allein beweist keinen Zusammenhang mit den gemeldeten militärischen Warnungen in Israel.
Wahlkampfbezogene Warnungen sind kein Angriffsplan
Israels UN-Botschafter Danny Danon warnte Iran und die Hisbollah ebenfalls am 15. Oktober davor, die Wahlperiode auszunutzen. Für einen Angriff drohte er mit einer harten Antwort. Das war eine Abschreckungsbotschaft, keine Mitteilung über begonnene Kämpfe.
Die Wahl ist für den 27. Oktober vorgesehen. Eine konkrete neue Zahl einberufener Reservisten, eine Urlaubssperre oder begleitende Einschränkungen für Zivilisten wurden im Zusammenhang mit diesen Warnungen nicht unabhängig bestätigt. Belegt sind Berichte über vorsorgliche Bereitschaft, eine öffentliche militärische Warnung und Sorgen über Fehlkalkulationen, nicht ein verifizierter Angriffsbeschluss Irans oder der Hisbollah.



