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Israel

Raketenzelle bei Dschenin führte laut israelischen Ermittlern drei Teststarts durch

Oliventerrassen und Kalksteinhügel erstrecken sich bis zu einer entfernten Ortschaft im nördlichen Samaria.
Nördliches Samaria Hinweis

Israels Polizei und der Schin Bet haben am 3. November die Aufdeckung einer Zelle zur Raketenproduktion bei Dschenin bekannt gegeben. Nach monatelangen Ermittlungen wurden sechs Verdächtige festgenommen.

Eine Erklärung der Staatsanwaltschaft wurde als Vorstufe der erwarteten Anklagen gegen die sechs Männer eingereicht. Alle sind zwischen 30 und 39 Jahre alt und stammen aus dem Raum Dschenin. Ynet verortet das Verfahren auf Grundlage der gemeinsamen Mitteilung vor der förmlichen Anklageerhebung, nachdem Waffen und schriftliche Herstellungsanweisungen beschlagnahmt worden waren.

Drei Starts mit Änderungen nach jedem Versuch

Nach Angaben der Ermittler fertigte die Gruppe einen Raketenkörper und Sprengsätze an und führte drei Teststarts durch. Ihre Darstellung beschreibt eine Abfolge aus Erprobung, Leistungsbewertung und Änderungen vor dem nächsten Versuch.

Der Hauptverdächtige habe die Gründung der Zelle eingeräumt und weitere Mitglieder benannt, erklärten die Behörden. Er habe ausgesagt, die Versuche seien hinsichtlich Wirkung und Reichweite erfolgreich gewesen. Diese Einschätzung stammt aus seiner Aussage, wie sie von den Ermittlern wiedergegeben wurde.

Die Ermittlungen führten der Schin Bet und die Antiterroreinheit der zentralen Polizeieinheit im Bezirk Judäa und Samaria. Der Fall ergänzt die Antiterroroperationen in Judäa und Samaria um ein Verfahren wegen Waffenproduktion.

Informationen über eine Nachrichten-App

Polizei und Schin Bet erklärten, der Hauptverdächtige habe Kontakt zu einer externen Quelle gehalten. Diese habe ihm über eine Nachrichten-App Informationen zu Stoffen für die Herstellung von Sprengmitteln geschickt.

Die Einsatzkräfte fanden zudem schriftliche Unterlagen über Sprengstoffe, Raketen und Sprengsätze. Nach Einschätzung der Ermittler sollten sie die Produktion der Zelle unterstützen. Damit standen neben Waffen auch Dokumente zur Untersuchung der Arbeitsweise zur Verfügung.

Zu den beschlagnahmten Gegenständen gehörten ein M16-Gewehr und ein RPG-Körper. Ein weiterer Verdächtiger habe zugegeben, der Gruppe Sprengstoff beschafft und ihren Mitgliedern eine Waffe verkauft zu haben, berichtete Ynet unter Berufung auf die Ermittlungen.

Ein früherer Versuch bei Dschenin

Versuche, einfache Raketen aus dem nördlichen Samaria abzufeuern, gab es bereits zuvor. Am 26. Juni 2023 meldeten die israelischen Streitkräfte einen solchen Versuch bei Dschenin. Die Armee erklärte damals, die Rakete habe umliegende Ortschaften nicht gefährdet. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.

Der frühere Vorfall bildet den Hintergrund der jetzigen Untersuchung, die sich auf einen Herstellungsprozess mit wiederholten Tests konzentriert. Die drei diese Woche beschriebenen Versuche werden der nun festgenommenen Zelle zugerechnet.

Bei einem tatsächlichen Raketen- oder Flugkörperalarm erhalten Einwohner und Besucher ihre Schutzanweisungen vom Heimatfrontkommando. Maßgeblich sind der Standort und die jeweils ausgegebene Warnung.

Eine getrennte Festnahme in Kafr Dan

Am 3. November veröffentlichte die Polizei außerdem Angaben zu einem anderen Einsatz bei Dschenin. Verdeckte Kräfte der Grenzpolizei hatten am Vortag ein Bekleidungsgeschäft in Kafr Dan umstellt, um einen gesuchten Mann mit Fatah-Verbindungen festzunehmen.

Er habe sich ergeben, nachdem er die Umstellung bemerkt hatte, erklärte die Polizei. Auch der Ladeninhaber wurde wegen des Verdachts festgenommen, ihm ein Versteck gewährt zu haben, berichtete The Times of Israel.

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