Norwegischer Teenager erhält 20 Jahre Haft wegen Foxtrot-Mordplans in Großbritannien

Johannes Kongsnes Natland, 19, ist am 16. Oktober 2026 in London wegen eines über das Foxtrot-Netzwerk organisierten Mordplans zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Die Polizei verbindet das Netzwerk mit Iran, fand jedoch keinen direkten iranischen Bezug zu diesem Plan.
Der junge Norweger muss mindestens 13 Jahre verbüßen, bevor eine Entlassung möglich wird. Hinzu kommen laut Metropolitan Police fünf Jahre Haft wegen Waffen- und Munitionsdelikten, die gleichzeitig mit der Hauptstrafe vollstreckt werden. Es wurde niemand getötet: Beamte nahmen ihn vor der geplanten Schießerei in einem Hotel in Huddersfield fest.
Aus einem Online-Angebot wurde eine Reise nach Großbritannien
Die Ermittler stellten fest, dass Natland für einen Mord 25.000 Euro versprochen worden waren. Am 17. März 2025 reiste er aus Norwegen nach Manchester. Am frühen 19. März wurde er in West Yorkshire festgenommen. Zum Zeitpunkt der Reise war er 18 Jahre alt.
Die Metropolitan Police teilte mit, zwei Schusswaffen und Munition sichergestellt zu haben. Nachrichten, Fotos und Standortdaten halfen, die Anweisungen eines Online-Auftraggebers zu rekonstruieren. Die Polizei brachte Natland zudem mit der Abholung der Waffen aus einem Versteck vor seiner Festnahme in Verbindung.
Norwegische Behörden arbeiteten mit Terrorismusermittlern in London und Nordengland zusammen. Das Eingreifen stoppte die Operation vor einem Angriff auf das Ziel. Die Identität des vorgesehenen Opfers wurde dadurch jedoch nicht geklärt.
Die Geschworenen verwarfen seine Darstellung der Absichten
Die Staatsanwaltschaft Crown Prosecution Service erklärte, Natland sei nach einem erneuten Prozess am 29. Juli 2026 der Verabredung zum Mord schuldig gesprochen worden. Waffen- und Munitionsdelikte hatte er bereits eingeräumt. Er behauptete, den Mord nicht ausführen zu wollen, doch die Geschworenen folgten seiner Verteidigung nicht.
Richterin Bobbie Cheema-Grubb kam laut Reuters zu dem Schluss, sein Verhalten habe die Entschlossenheit zur Umsetzung des Plans gezeigt. Die Strafe betrifft die Mordverabredung und die Waffendelikte, nicht einen vollendeten Mord.
In kurzer Zeit entwickelte sich die Sache von der Anwerbung im Internet über eine internationale Reise bis zum Besitz von Waffen und detaillierten Anweisungen. Die Anklage stützte sich auf diese Handlungen und die Kommunikation, nicht auf einen bereits verübten Angriff.
Weshalb Foxtrots Iran-Verbindungen relevant sind
Großbritannien verhängte am 14. April 2025 Sanktionen gegen das in Schweden ansässige Foxtrot-Netzwerk und dessen Anführer Rawa Majid. Das Außenministerium erklärte, das Netzwerk habe im Auftrag des iranischen Regimes Gewalt gegen jüdische und israelische Ziele in Europa ausgeübt. Die Sanktionen waren eine Regierungsmaßnahme, getrennt von Natlands Strafverfahren.
Das US-Finanzministerium hatte das Netzwerk und Majid bereits am 12. März 2025 sanktioniert. Es schrieb Foxtrot einen im Auftrag Irans verübten Angriff auf Israels Botschaft in Stockholm im Januar 2024 zu und beschrieb die Beteiligung der Gruppe am Drogenhandel.
Diese offiziellen Einschätzungen erklären, warum Terrorismusermittler den britischen Mordplan untersuchten. Sie belegen weder Religion, Nationalität oder politische Zugehörigkeit des unbekannten Ziels noch, dass Teheran gerade diese Operation angeordnet hatte.
Ermittler verfolgen weiterhin das Unterstützernetz
Helen Flanagan von der Terrorismusbekämpfung der Metropolitan Police erklärte, das geplante Opfer sei nie identifiziert worden. Die Ermittler hätten in diesem Fall keinen Beleg für einen direkten iranischen Bezug gefunden. Das begrenzt die belastbaren Schlussfolgerungen über das Motiv hinter dem geplanten Mord.
Die Polizei arbeitet weiter daran, die Lieferanten der Waffen und eines mit der Operation verbundenen gestohlenen Fahrzeugs zu identifizieren. Natlands Verurteilung beweist nicht die Schuld anderer möglicher Verdächtiger. Offen bleibt, wer den Plan ermöglichte und wen dessen Organisatoren töten lassen wollten.



