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Israel News Pulse

Naher Osten

Rubio fordert Libanon auf, beschlagnahmten Hisbollah-Sprengstoff nicht zurückzugeben

Holzkisten und Metallbehälter stehen unter einer Lampe in einer dunklen Lagerhalle neben einer teilweise zurückgezogenen Plane.
Rubio, Libanon und die Hisbollah Hinweis

Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters drängte US-Außenminister Marco Rubio Präsident Joseph Aoun am 15. Oktober, die Rückgabe des von der Hisbollah beanspruchten Sprengstoffs abzulehnen und die Verantwortlichen der Lieferung zu verfolgen.

Libanesische Sicherheitskräfte hatten die Ladung in der Vorwoche an einem Kontrollpunkt abgefangen. Aus der Beschlagnahme und Untersuchung wurde ein öffentlicher Konflikt, als die Hisbollah ihr Material zurückforderte und die Freilassung der festgenommenen Männer verlangte. Gestritten wird nun darüber, wer die Ladung kontrolliert, nicht nur darüber, wem sie gehört.

Die Hisbollah beansprucht die Lieferung

Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah erklärte am 15. Oktober im Parlament, der Sprengstoff gehöre der Organisation und sei für Angriffe auf israelische Soldaten im Libanon bestimmt gewesen, berichtete Reuters. Er verlangte die Rückgabe und die Freilassung der Festgenommenen. Ein weiterer Hisbollah-Vertreter nannte Sprengstoffdrohnen als vorgesehenen Verwendungszweck.

Die Hisbollah ist eine vom Iran unterstützte schiitische Organisation mit einer politischen Partei und einer bewaffneten Truppe; die USA stufen sie als Terrororganisation ein. Ihr Besitzanspruch belegt nicht das Herkunftsland der Lieferung. Auch das genannte Angriffsziel ist keine unabhängig überprüfte Darstellung der geplanten Operation.

Zwei Angaben zum Gewicht

Associated Press verortete die Kontrolle auf der Straße zwischen Beirut und der Bekaa-Ebene und meldete zwei Festnahmen. Unter Berufung auf mit der Untersuchung vertraute Amtsträger nannte AP insgesamt 780 Kilogramm, darunter jeweils 250 Kilogramm TNT und C4.

AFP berichtete unter Berufung auf eine Justizquelle von 500 Kilogramm, zusammengesetzt aus denselben beiden Mengen. Diese Darstellung wurde von Asharq Al-Awsat veröffentlicht. Die Angaben stimmen bei den genannten Bestandteilen überein, nicht aber beim Gesamtgewicht. Der Widerspruch lässt sich weder durch Addition noch durch die Annahme auflösen, die Differenz sei eine weitere bestätigte Substanz. Eine separate Beschlagnahme nahe der syrischen Grenze gehört nicht zu dieser Ladung.

Aoun verlangt Druck auf Israel

Die jordanische Nachrichtenagentur Petra berichtete, Aoun habe Rubio gebeten, Israel zur Einstellung der Angriffe im Südlibanon zu bewegen, den Zugang zu Agrarflächen zu schützen und Bulldozerarbeiten zu stoppen. Aoun schilderte außerdem weitere Beschlagnahmen nicht genehmigter Waffen und die Übergabe entsprechender Fälle an die Justiz.

Die US-Darstellung stellte die Verantwortung der Organisatoren, Geldgeber und Auftraggeber der Lieferung in den Mittelpunkt. Sie sprach sich auch für eine Abstimmung zwischen der libanesischen und der israelischen Armee aus, um Zusammenstöße zu verringern. Keine der beiden Darstellungen kündigte eine Vereinbarung zur Rückgabe an die Hisbollah an.

Der Streit über die Entwaffnung bleibt

Aoun, früherer Oberbefehlshaber der libanesischen Armee, wurde am 9. Januar 2025 zum Präsidenten gewählt. Die Bemühungen seiner Regierung, Waffen unter staatliche Kontrolle zu bringen, treffen auf die Weigerung der Hisbollah, sich zu entwaffnen, solange israelische Soldaten im Libanon bleiben.

Reuters berichtete, der Libanon habe die militärischen Aktivitäten der Hisbollah verboten, nachdem deren Raketenangriffe zur Unterstützung Irans das Land in den Krieg von 2026 gezogen hatten. Eine von den USA vermittelte Regelung sah Entwaffnung und israelischen Rückzug vor. Die israelischen Angriffe gingen jedoch weiter, und der Waffenstreit ist ungelöst. Die Beschlagnahme prüft damit die Durchsetzung einer bestehenden staatlichen Politik, statt eine neue Verpflichtung zu schaffen.

Israel News Pulse konnte unabhängig weder ein öffentliches forensisches Inventar noch ein bestätigtes Herkunftsland oder eine abschließende gerichtliche Entscheidung zu dieser Lieferung finden. Fadlallahs Forderung ist eine Position der Hisbollah, keine Anordnung der libanesischen Regierung.

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