Schin Bet: 72 Bewohner des Negev und des Südens in diesem Jahr in Sicherheitsfällen festgenommen

Der Schin Bet meldet, dass seit Januar 72 Bewohner des Negev und des Südens Israels in Sicherheitsfällen zur Vernehmung festgenommen wurden; gegen rund 50 von ihnen wurde Anklage erhoben. Fünf jungen Männern aus Segev Schalom wirft der Dienst vor, ein bewaffnetes Bataillon geplant zu haben.
Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat am Donnerstag, dem 8. Oktober, mitgeteilt, dass seit Anfang 2026 insgesamt 72 Bewohner des Negev und des Südens Israels im Rahmen von Sicherheitsermittlungen zur Vernehmung festgenommen wurden, 67 davon israelische Staatsbürger. Gegen rund 50 der 72 wurde inzwischen Anklage erhoben, so Zahlen des Schin Bet.
Die Zahlen beziehen sich auf den gesamten Süden und nicht auf einen einzelnen Ort; eine Aufschlüsselung nach Gemeinden enthält die Mitteilung nicht. Auch die fünf Verdächtigen ohne israelische Staatsbürgerschaft werden nicht näher beschrieben.
Erst eine Warnung, nun Zahlen
Die Angaben folgen wenige Tage nachdem Schin-Bet-Chef David Zini das Sicherheitskabinett gewarnt hatte, dass bewaffnete Netzwerke in Teilen des Negev versuchten, sich in bataillonsartigen Formationen zu organisieren, einige mit Verbindungen zur Hamas. Zini sagte den Ministern, der Dienst zerschlage diese Strukturen immer wieder, nannte aber keine Zahlen.
Die Mitteilung vom Donnerstag beziffert diesen Einsatz. Wie viele der Fälle mit den von Zini beschriebenen Netzwerken zusammenhängen, sagt sie nicht.
Worum es in den Fällen geht
Den Berichten zufolge geht es um den Verdacht terroristischer Aktivitäten, die Planung von Anschlägen und grenzüberschreitenden Waffenschmuggel. Die veröffentlichten Zahlen schlüsseln die Festnahmen nicht nach Delikten auf, daher lässt sich nicht sagen, wie viele Fälle Waffen und wie viele mutmaßliche Anschlagspläne betreffen.
Waffenschmuggel über die Grenzen zu Ägypten und Jordanien versorgt im Süden seit Jahren sowohl kriminelle Clans als auch Terrorzellen, weshalb die Sicherheitsbehörden beide Probleme gemeinsam behandeln.
Der Fall Segev Schalom
Der Dienst nannte Einzelheiten zu einem Fall. Er wirft fünf jungen Bewohnern von Segev Schalom, einer Beduinenstadt bei Beerscheba, die im Mai und Juni festgenommen wurden, vor, sie hätten nach dem Vorbild von Gruppen in Judäa und Samaria ein bewaffnetes Bataillon bilden und Anschläge verüben wollen.
Der mutmaßliche Plan entspricht dem Muster, das Zini beschrieben hatte: der Versuch, sich zu organisieren, nicht nur Waffen zu beschaffen. Ob die fünf zu den 72 zählen, geht aus den Berichten nicht hervor; Namen, Alter, Anklagepunkte und Gerichtsangaben fehlen. Eine Stellungnahme der Verdächtigen oder ihrer Anwälte wurde nicht berichtet.
Festnahme, Anklage, Verurteilung
Die Zahlen beschreiben unterschiedliche Stadien eines Verfahrens. Eine Festnahme zur Vernehmung eröffnet Ermittlungen; eine Anklage bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft vor Gericht Anklage erhoben hat; verurteilen kann nur ein Gericht. Die rund 50 Anklagen sind ein Teil der 72 Festnahmen, keine 50 zusätzlichen Verdächtigen, und die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen enthalten keine Verurteilungen.
Die Beduinengemeinschaft insgesamt stellt Tausende Soldaten und Spurenleser der israelischen Armee, die Zahlen des Schin Bet betreffen einige Dutzend Verdächtige. Welche Anklagen gegen wen erhoben wurden und wie viele davon mit einer Verurteilung enden, werden nun die Gerichte klären.



