Citizen-Osama-Regisseur arbeitete für Sender mit Verbindung zum Islamischen Dschihad

Der palästinensische Oscar-Beitrag läuft auf internationalen Festivals. Die belegte Fernseharbeit seines Regisseurs ist von Vorwürfen einer persönlichen Mitgliedschaft in einer bewaffneten Gruppe zu unterscheiden.
Das eigene Archiv von Palestine Today TV nennt Ahmed Hassouna, den Regisseur von Citizen Osama, in Texten über Auszeichnungen aus den Jahren 2014 und 2015 als einen seiner Filmemacher. Das Komitee zum Schutz von Journalisten beschreibt den Sender als dem Palästinensischen Islamischen Dschihad verbunden. Diese Quellen belegen eine berufliche Verbindung, ohne eine persönliche Rolle in bewaffneten Aktivitäten nachzuweisen.
Was die Unterlagen des Senders belegen
In einem Rückblick vom 23. Dezember 2023 bezeichnete Palestine Today Hassouna bei der Aufzählung von Preisen aus den Jahren 2014 und 2015 als seinen Regisseur. Die Formulierung betrifft Filmarbeit für den Sender. Israel News Pulse konnte unabhängig keine Belege für seine genauen Beschäftigungszeiten oder eine persönliche Mitgliedschaft im Palästinensischen Islamischen Dschihad finden.
Die USA und die Europäische Union führen den Palästinensischen Islamischen Dschihad als Terrororganisation, wie Unterlagen des US-Finanzministeriums und des EU-Rates bestätigen. Die IDF bezeichnete Palestine Today 2016 in einer von der Times of Israel wiedergegebenen Erklärung als Teil des Islamischen Dschihad. Die Verbindung eines Senders und die Rolle einer einzelnen Person bleiben unterschiedliche Fragen.
Die im Film genannten Beteiligten
Die offizielle Seite von Venedig nennt Hassouna als Regisseur und Osama Al-Ashi als Hauptperson. Sie führt Laura Nikolov für Coorigines Production, Rashid Masharawi für den Masharawi Fund und Hassouna für Filcam Media auf. Die Produktionsfirma Coorigines nennt International Media Support und das MedFilm Festival in Rom unter den Unterstützern. Diese Angaben beziffern keine einzelnen finanziellen Beiträge.
Venedig programmierte die arabischsprachige palästinensisch-französische Produktion in Venice Open außerhalb des Wettbewerbs. Die Werbematerialien beschreiben Al-Ashis Familienleben und seine Berichterstattung aus Gaza. Das beschreibt den Schwerpunkt des Films und ist keine unabhängige Prüfung aller auf der Leinwand erhobenen Behauptungen.
Der gesonderte Vorwurf gegen Al-Ashi
Im Juli 2025 behauptete die Medienbeobachtungsorganisation CAMERA, Al-Ashi, zugleich Produzent von Gaza: Doctors Under Attack, habe in sozialen Medien Inhalte geteilt, die Angriffe auf Israelis lobten. Israel News Pulse konnte die zugrunde liegenden Beiträge bei dieser Prüfung nicht unabhängig authentifizieren.
Louisa Compton von Channel 4 hatte die Ausstrahlung von Doctors Under Attack im Juni 2025 unter Verweis auf redaktionelle und regulatorische Prüfungen verteidigt. Diese Erklärung erschien vor der CAMERA-Veröffentlichung und betrifft einen anderen Film. Israel News Pulse fand keine öffentlichen Antworten von Hassouna, Al-Ashi oder den vier Festivals auf die hier untersuchten Vorwürfe.
Oscar-Auswahl und Regeln der Akademie
Das palästinensische Kulturministerium gab am 31. August bekannt, Citizen Osama für die Kategorie Internationaler Film bei den 99. Oscars 2027 ausgewählt zu haben. Eine nationale Einreichung ist keine Nominierung durch die Akademie. Deren aktuelle Regeln erlauben Dokumentarfilme und sehen einen Weg über ein Länderkomitee sowie einen gesonderten Weg für Gewinner bestimmter bedeutender Festivalpreise vor.
Eine Vorführung in Venedig außerhalb des Wettbewerbs erfüllt die Bedingungen dieses Festivalpreiswegs nicht. Über die Zulassung und eine spätere Oscar-Nominierung entscheidet weiterhin die Akademie. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn ein Festivalkatalog einen Film als Oscar-Beitrag eines Landes bezeichnet.
Vier Festivals führen den Film auf
Das Festival in Chicago kündigt eine Vorführung am 18. Oktober um 18.15 Uhr Ortszeit im Gene Siskel Film Center an; Produzentin Laura Nikolov soll teilnehmen. AFI führt den Film am 21. Oktober in Los Angeles auf, das BIFF in Budapest am 25. Oktober und das IDFA in Amsterdam in seinem Programm Best of Fests 2026. Diese Einträge bestätigen die Programmierung, nicht die Überprüfung jeder Behauptung über die Beteiligten.



