Erste 15 Offiziere der Hasmonäerbrigade eröffnen neuen Dienstweg

Fünfzehn Soldaten haben am 20. Oktober 2026 den ersten Offizierslehrgang der Hasmonäerbrigade abgeschlossen. Sie sind damit die ersten Absolventen des eigenen Ausbildungsprogramms für Offiziere dieser Formation der israelischen Streitkräfte (IDF), die für haredische Männer geschaffen wurde. Nach acht Monaten Ausbildung erhielten sie bei einer Feier auf dem Dach der Jeschiwa an der Westmauer in Jerusalem ihre Offiziersränge.
Generalstabschef Generalleutnant Eyal Zamir traf die Kadetten an diesem Tag nahe der Westmauer und würdigte den Meilenstein. Für die Brigade, die Kampfdienst mit haredischer Religionsausübung verbindet, eröffnet der Abschluss einen weiteren Weg: Soldaten können innerhalb ihres eigenen Ausbildungsrahmens bis zur operativen Führung aufsteigen.
Zamir begrüßt eine neue Generation von Führungskräften
Zamir sagte den Kadetten, sie würden „Geschichte schreiben und neue Wege beschreiten“. Die Äußerungen wurden vom Militär veröffentlicht. Er bezeichnete die haredische Gemeinschaft als untrennbaren Teil der israelischen Gesellschaft und betonte die Bedeutung ihres Erfolgs für die IDF und das Volk Israel.
Seine Botschaft galt auch ihrer militärischen Verantwortung. Die Absolventen nähmen bereits an Einsätzen teil und könnten für defensive wie offensive Aufgaben eingesetzt werden, einschließlich Manöveroperationen. Zamir beschrieb sie als Partner beim Aufbau einer starken Infanteriebrigade, die ihre zugewiesenen Aufgaben erfüllen könne.
Acht Monate Ausbildung in Kampf und Führung
Der Lehrgang verband Feldausbildung, Führungskompetenz und operative Erfahrung. Die Kadetten übten Navigation und Feuerunterstützung, bevor sie in die fachliche Ausbildungsphase Gefen wechselten. Dazu gehörten Gefechte in offenem und bebautem Gelände, Truppenführung und operative Übungen.
Außerdem absolvierten sie eine Übungsserie mit scharfer Munition sowie die Übung Northern Arrow gemeinsam mit Kadetten des allgemeinen Gefenprogramms an der Offiziersschule Bahad 1. Während ihrer Ausbildung nahmen die Soldaten der Hasmonäerbrigade auch an Einsätzen im Libanon sowie in Judäa und Samaria teil. Ihre Vorbereitung reichte damit über die Übungsplätze hinaus.
Religiöser Alltag innerhalb des Lehrgangs
Nach Angaben des Militärs stand der Lehrgang unter vollständiger fachlicher Aufsicht von Bahad 1 und umfasste die regulären Inhalte der Offiziersausbildung. Der Alltag berücksichtigte strenge koschere Verpflegung, festgelegte Zeiten für Gebet und Torastudium sowie ein getrenntes Umfeld für Männer.
Diese Bedingungen gehören zum Rahmen für die Integration haredischer Soldaten in die IDF. In einem Bericht des Militärs erklärte ein Ausbilder, man habe eine passende logistische Struktur aufbauen müssen. Gleichzeitig sollte gewährleistet sein, dass die Absolventen dieselbe professionelle militärische Sprache wie andere Offiziere beherrschen.
Von der Gründung bis zu den ersten Offizieren
Die IDF nennen den 5. Januar 2025 als offizielles Gründungsdatum der Brigade. Das geht aus einer schriftlichen Antwort im Rahmen eines Informationsfreiheitsverfahrens hervor. Am selben Tag umfasste die erste Einberufung 50 Rekruten für den regulären Dienst sowie 100 ältere haredische Männer für die erste Reservekompanie.
Zum Abschlussjahrgang im Oktober gehörten Soldaten, die ihre Laufbahn innerhalb der Brigade begonnen und sich dort weiterentwickelt hatten. Hinzu kamen haredische Soldaten aus anderen Einheiten, die als Gruppenführer gedient hatten. Die neue Führungsgruppe bringt damit sowohl Erfahrung aus der Brigade selbst als auch Kenntnisse aus anderen Teilen der IDF mit.
Der nächste Schritt für die Einberufung von Haredim
Die neuen Offiziere sollen Führungspositionen in der Hasmonäerbrigade übernehmen. Die Auswahl für den nächsten Offizierslehrgang hat bereits begonnen; der Kurs soll im November starten.
Die praktische Bedeutung liegt in der Kontinuität. Die Brigade eröffnet den Zugang zum Kampfdienst, ihr Offiziersprogramm ermöglicht einigen dieser Soldaten die Führung späterer Rekrutenjahrgänge. Während Israel die Einberufung von Haredim entsprechend dem militärischen Personalbedarf ausweiten will, liefern die ersten 15 Absolventen ein konkretes Beispiel für beruflichen Aufstieg innerhalb eines Rahmens, der religiöse Lebensführung bewahren soll.



