Zum Hauptinhalt springen
Israel News Pulse

Antisemitismus

Erfasste religiöse Hasskriminalität gegen Juden fast neunmal so hoch wie gegen Muslime

Das Bild zeigt einen Synagogeneingang mit Davidstern an einer abendlichen Straße und eine Schlagzeile zum Vergleich von Hasskriminalität.
England und Wales Hinweis

Die Zahlen zeigen eine unverhältnismäßige erfasste Belastung jüdischer Gemeinden. Sie zählen Taten, nicht einzelne Opfer oder individuelle Angriffsrisiken.

Die polizeilich erfasste Rate religiöser Hasskriminalität gegen Juden in England und Wales war im Jahr bis März 2026 fast neunmal so hoch wie die gegen Muslime, zeigt eine Analyse von Innenministeriumsangaben. Die Polizei registrierte 3.162 Taten gegen Juden, 10 Prozent mehr als die zuvor erfassten 2.874.

Der bevölkerungsbezogene Vergleich verwendet 116,5 Taten je 10.000 jüdische Einwohner und 13,3 je 10.000 Muslime. Das Verhältnis beträgt etwa 8,8. The Jewish Chronicle nennt The Telegraph als Urheber der Analyse; das Ministerium veröffentlicht gerundete Raten von 117 und 13.

Kleine Gemeinschaft, große erfasste Belastung

Der Vergleich nutzt Bevölkerungsschätzungen aus der Volkszählung 2021, nicht allein absolute Zahlen. Etwa 271.000 Menschen in England und Wales bezeichneten ihre Religion als jüdisch, gegenüber einer erheblich größeren muslimischen Bevölkerung. Eine kleinere Zahl von Taten kann daher eine höhere Rate ergeben.

Die Polizei erfasste 5.132 Taten gegen Muslime, 15 Prozent mehr als 4.479. Die absolute Zahl war höher, doch der wesentlich kleinere jüdische Bevölkerungsnenner erzeugte die höhere Rate. Beide Zahlen gehören zur gleichen Statistik religiöser Hasskriminalität.

Die Veröffentlichung vom 8. Oktober nennt insgesamt 11.419 religiöse Hassdelikte, 13 Prozent mehr als 10.067. Über alle überwachten Hasskategorien waren es 146.825. Die Daten betreffen England und Wales, nicht das gesamte Vereinigte Königreich.

Was der Vergleich misst

Die Rate teilt erfasste Taten durch eine Bevölkerungsschätzung. Sie belegt nicht, dass ein jüdischer Mensch ein 8,8-mal höheres individuelles Opferrisiko hat. Eine Person kann mehrere Taten melden, eine Tat mehrere Menschen betreffen.

Das Ministerium unterscheidet Polizeizahlen von der gesonderten Kriminalitätsbefragung. Diese misst Erfahrungen in anderen Zeiträumen und umfasst keine Ordnungsdelikte, die einen großen Teil der Polizeidaten ausmachen. Die Quellen beantworten verschiedene Fragen.

Erfassung und Reaktion der Gemeinden

Die Umstellung des Metropolitan-Police-Systems im Februar 2024 erschwert Vergleiche mit früheren Jahren. Das Ministerium schließt diese Polizei aus längeren Trendanalysen aus. Ohne sie wurden zuletzt 2.003 Taten gegen Juden und 3.660 gegen Muslime erfasst.

Die Zahlen hängen auch von Anzeigen und korrekter Kennzeichnung als Hassdelikt ab. Sie erfassen nicht jeden Vorfall und berücksichtigen weder Alter noch Wohnort oder Anzeigeverhalten. Das sind Messgrenzen, keine Gründe, die gemeldeten Taten zu ignorieren.

Der Community Security Trust bezeichnet antisemitische Hasskriminalität als inakzeptabel hoch und fordert Maßnahmen gegen Hetze im Zusammenhang mit Konflikten im Ausland. Die Veröffentlichung liefert eine konkrete Kennzahl der gemeldeten Belastung; jüdische Gemeinden haben die höchste erfasste religiöse Hassrate.

Kontakt zu Israel News Pulse

Hinweise, Korrekturen und Fragen. Wir lesen alles und antworten, wenn wir können.

Ihre Angaben verwenden wir nur für die Antwort.

Lieber X? Schreiben Sie an @israelnewspulse

Kontakt

Werben auf Israel News Pulse

Erreichen Sie Leser in neun Sprachen, auf jeder Seite der Website.

Schreiben Sie uns auf WhatsApp

Anzeigeeinstellungen

Textgröße100%

Diese Einstellungen werden nur in diesem Browser gespeichert. Lesen Sie unsere Erklärung zur Barrierefreiheit.