Prizmah reagiert nach Absage einer Studienreise jüdischer Pädagogen nach Reggio Emilia

Prizmah-Geschäftsführer Paul Bernstein bezeichnete den Druck auf jüdische Pädagogen am 15. Oktober als antisemitisch. Er erwähnte zugleich spätere Änderungen und eine Entschuldigung gegenüber einer israelischen Delegation.
Prizmah, das Unterstützungsnetzwerk jüdischer Schulen, reagierte am 15. Oktober auf die Absage einer beruflichen Studienreise nach Reggio Emilia in Italien. Geschäftsführer Paul Bernstein erklärte, jüdische Pädagogen hätten während der Vorbereitung politischen Druck und Sicherheitsbedenken erlebt.
Seine Erklärung behandelte sowohl die Umstände des Rückzugs der amerikanischen Gruppe als auch spätere Änderungen. Die Reise war bereits zuvor abgesagt worden; der 15. Oktober ist das Datum der institutionellen Reaktion von Prizmah.
Studienbesuch kurz vor Abreise abgesagt
Die Reise wurde über das Paradigm Project für Pädagogen organisiert, die sich für den Reggio-Emilia-Ansatz der frühkindlichen Bildung interessierten. Laut Bernstein erfolgte die Absage weniger als 48 Stunden vor Abreise nach Gesprächen mit Reggio Children, der am Programm beteiligten Organisation.
WABC berichtete, etwa 70 amerikanische jüdische Pädagogen hätten auf die Reise verzichtet. Ihre Sorgen betrafen eine vorgeschlagene politische Erklärung zu Israel und die Frage, ob eine sichere Teilnahme möglich sei.
Jüdische Schulen nutzen Elemente des Reggio-Ansatzes für ihre eigenen Bildungseinrichtungen. Der Besuch sollte der beruflichen Weiterbildung dienen und Zugang zu den mit diesem Ansatz verbundenen Orten und Institutionen schaffen.
Prizmah beschreibt politischen Druck
Bernstein erklärte, eine lokale Kampagne habe eine israelfeindliche Erklärung in die Vorbereitungen eingebracht und Reggio Children habe eine Unterzeichnung vorgeschlagen. Er schilderte zudem ein Gespräch, in dem Pädagogen namentlich genannt worden seien, nachdem ihre Verbindungen zu Israel oder zur Armee in sozialen Medien geprüft worden waren.
Er bezeichnete diese Behandlung als Antisemitismus. Nach Prizmahs Darstellung gab die anfängliche Reaktion auf Sicherheitsbedenken den Organisatoren nicht die benötigten Zusicherungen. Dies habe zur Absage der amerikanischen Teilnahme beigetragen.
Die Position von Reggio Children
Reggio Children erklärte gegenüber WABC, der vorgeschlagene Text sei nie angenommen worden. Die offizielle Charta für demokratische und partizipative Bildung gelte für alle Länder und richte sich nicht gegen einen bestimmten Staat.
Die Organisation sagte, etwa 70 Teilnehmer aus den USA hätten auf die Reise verzichtet, während 25 israelische Pädagogen wie geplant teilnähmen. Sie verwies auch auf einen fortgesetzten Dialog mit dem Paradigm Project.
Bernstein räumte ein, dass die Erklärung anschließend geändert worden sei, israelische und andere Teilnehmer nicht unterschreiben mussten und die israelische Delegation bei der Eröffnung eine Entschuldigung erhielt. Diese Entwicklungen unterscheiden die Absage der amerikanischen Gruppe von der Erfahrung der angereisten Delegation.
Schulen beraten über weitere Schritte
Prizmah überließ den einzelnen Schulen die Entscheidung über die künftige Nutzung des pädagogischen Ansatzes. Bernstein schrieb keine einheitliche Reaktion für alle jüdischen Einrichtungen vor, sondern erkannte deren eigene Bewertung von Beziehungen und Unterrichtspraxis an.
Bernstein würdigte den Einsatz der Paradigm-Project-Leitung, der israelischen Delegation und beteiligter Pädagogen, der zur Anerkennung des verursachten Leids beigetragen habe. Er bot jedem betroffenen Pädagogen Unterstützung aus dem weiteren jüdischen Schulbereich an und überließ Entscheidungen über künftige Unterrichtspraxis den einzelnen Einrichtungen.



