Zwei Tote und elf Gerettete nach Untergang eines Getreideschiffs vor Rumänien

Nach einem Brand an Bord der Royad Mammadov im Schwarzen Meer sind am Montag, dem 5. Oktober, zwei Menschen ums Leben gekommen und elf Besatzungsmitglieder gerettet worden. Das teilten rumänische Behörden mit. Der öffentlich-rechtliche Sender Radio România Constanța berichtete anschließend, das Schiff sei gesunken. Eine Handelsfahrt wurde damit zu einem umfangreichen Rettungseinsatz nahe den Offshore-Energieanlagen des Landes.
Medien beschrieben das Schiff als Frachter in türkischem Eigentum mit Getreide an Bord. Seine gemeldete Route führte von Ismajil in der Ukraine nach Ravenna in Italien. Berichte über einen Drohnenangriff verbreiteten sich rasch. Die von Reuters zitierten rumänischen Behörden stellten jedoch keine Brandursache fest. Das für diesen Artikel geprüfte Material belegt nicht die Behauptung, eine ukrainische Drohne sei verantwortlich gewesen.
Rettungsschiffe und ein Hubschrauber im Einsatz
Die rumänische Leitstelle für Seenotrettung forderte die Rettungsagentur ARSVOM um 10.37 Uhr zur Unterstützung auf. Das geht aus deren von rumänischen Medien wiedergegebener Darstellung hervor. Die SAR Apollo lief zwei Minuten später aus, die SAR Ares folgte um 10.45 Uhr. Die rumänische Schifffahrtsbehörde nannte außerdem die SAR Artemis als eine der mobilisierten Einheiten.
Auch ein Küstenwachschiff und ein Hubschrauber der Flugeinheit des Innenministeriums beteiligten sich. Radio România Constanța berichtete unter Berufung auf die Schifffahrtsbehörde, drei verletzte Seeleute seien per Seilwinde in den Hubschrauber aufgenommen worden, um dringend medizinisch versorgt zu werden. Acht weitere, deren Zustand als gut beschrieben wurde, nahmen Rettungsschiffe auf.
Erste Meldungen hatten 13 Besatzungsmitglieder als vermisst aufgeführt und von einem verletzten Kapitän gesprochen. Spätere Berichte nannten zwei Tote und elf Gerettete. Einige laufend ergänzte Meldungen enthielten weiterhin Hinweise auf einen vermissten Seemann und einen noch zu bergenden Leichnam. Der genaue Stand der Suche blieb damit unklar. Diese sich überschneidenden Angaben dürfen nicht zu einer höheren Opferzahl addiert werden.
Türkische Verbindung, aber eine andere Flagge
Reuters berichtete unter Berufung auf die Schiffsverfolgungsseite VesselFinder, die Royad Mammadov sei unter der Flagge von St. Kitts und Nevis gefahren. Ravenna war als Ziel angegeben, Ismajil als letzter angelaufener Hafen.
Damit ist zwischen der Registrierung des Schiffs und dem in anderen Berichten genannten türkischen Eigentum zu unterscheiden. Türkische Eigentümer belegen weder eine türkische Flagge noch die türkische Staatsangehörigkeit der gesamten Besatzung. Die Identitäten und Nationalitäten der Todesopfer wurden in den für diesen Artikel geprüften Berichten nicht festgestellt.
Rumänische Medien verorteten den Vorfall nahe der von OMV Petrom betriebenen Offshore-Plattform Pescăruș. Nach Angaben der Schifffahrtsbehörde ereignete er sich außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer. Ein Rettungseinsatz in dieser Gegend belegt für sich genommen nicht, dass die Plattform getroffen oder ihr Betrieb gestört wurde.
Drohnenberichte sind noch keine gesicherten Erkenntnisse
News.ro und andere rumänische Medien berichteten, eine Drohne habe den Getreidefrachter getroffen. Die erste veröffentlichte Mitteilung der Schifffahrtsbehörde beschrieb hingegen einen Brand sowie einen Such- und Rettungseinsatz, ohne eine Waffe oder einen Angreifer zu benennen.
Auch Reuters meldete, die Verantwortlichen hätten keine Brandursache angegeben. Eine Sprecherin der Schifffahrtsbehörde habe keine weiteren Informationen liefern können. Es bleibt daher ein wesentlicher Unterschied zwischen der berichteten Möglichkeit eines Angriffs und einer offiziell festgestellten Erklärung für den Verlust des Schiffs.
Das geprüfte Material bietet keine verifizierte Grundlage, den Vorfall der Ukraine oder Russland zuzuschreiben. Aufnahmen eines beschädigten Schiffs und von Rettungsarbeiten können für sich allein nicht belegen, wer den Schaden verursacht hat.
Bedeutung über eine einzelne Handelsfahrt hinaus
Der Ort des Vorfalls verbindet die Sicherheit von Handelsbesatzungen, den Getreidetransport und Offshore-Infrastruktur. Ein Schiff auf dem Weg von einem ukrainischen Hafen nach Italien ist Teil einer zivilen Handelsverbindung. Ein tödlicher Notfall auf dieser Route trifft zunächst die Seeleute und ihre Familien.
Für Schiffsbetreiber und regionale Behörden wird die Ursache bestimmen, welche Lehren sich ziehen lassen. Ein bestätigter Angriff, ein Unfall an Bord oder eine andere äußere Gefahr würden unterschiedliche betriebliche Fragen aufwerfen. Bis die Ursache feststeht, bleiben der Brand, der gemeldete Untergang und die Rettungsaktion die zentralen Tatsachen: Zwei Menschen wurden als tot gemeldet, elf in Sicherheit gebracht.



