Israel bestellt Ausbildungszentrum für seine neue Artillerie

Israels Verteidigungsministerium hat ein Ausbildungszentrum für die Systeme Ro'em und Lahav bestellt. Elbit beziffert seinen über 15 Jahre laufenden Vertrag auf rund 170 Millionen Dollar.
Die Investition umfasst die Einrichtungen, in denen Besatzungen die Systeme bedienen lernen, sowie Unterricht und Betreuung während der Vertragslaufzeit. Elbit Systems kündigte am 2. November Missionssimulatoren, Fahrsimulatoren, Unterrichtsräume und spezielle Ausbildungsinfrastruktur an.
Das Verteidigungsministerium nennt einen Projektumfang von ungefähr 600 Millionen Schekel.
Zwei Systeme in einem Ausbildungsprojekt
Das Zentrum soll die Einführung von Ro'em, international SIGMA genannt, und Lahav unterstützen. Lahav ist die Bezeichnung der IDF für das Raketenwerfersystem PULS. Ro'em ist eine selbstfahrende Haubitze, Lahav verschießt Raketen.
Damit geht das Projekt über die Einweisung in ein einzelnes Fahrzeug hinaus. Der Vertrag umfasst Fahrübungen und Missionstraining. Unterrichtsräume und weitere Einrichtungen sind für Führungskräfte und Artilleriepersonal vorgesehen.
Laut Ministerium schloss seine Beschaffungsdirektion den Vertrag in Zusammenarbeit mit den Landstreitkräften. Zum Paket gehören neben Entwicklung und Lieferung der Ausstattung auch Ausbildung, Wartung und logistische Betreuung.
Simulation soll Material schonen
Elbit will Simulation, Automatisierung und Funktionen auf Basis künstlicher Intelligenz verbinden. Das Unternehmen nennt kürzere Qualifikationszeiten, bessere Fertigkeiten und geringeren Ressourcenverbrauch als Ziele.
Auch das Ministerium will die Ausbildung beschleunigen und den Verschleiß der Einsatzplattformen begrenzen. Das sind die erklärten Programmziele. Gemessene Einsparungen oder Ergebnisse abgeschlossener Lehrgänge enthält die Ankündigung nicht.
Für die Artillerie besteht die praktische Aufgabe darin, neue Technik mit Besatzungen zusammenzubringen, die sie bedienen und warten können. Eine Dienstleistungsverpflichtung über 15 Jahre macht Ausbildung und Betreuung zu dauerhaften Bestandteilen der Beschaffung und geht über die einmalige Lieferung von Simulatoren hinaus.
Was Ro'em und Lahav leisten
Elbit beschreibt SIGMA als Haubitze mit einem Kaliber von 155 Millimetern, automatischem Laden und automatischer Rohrausrichtung. Eine dreiköpfige Besatzung bedient sie aus einer geschützten Kabine. Nach Herstellerangaben kann das System Geschoss, Treibladung und Zünder automatisch auswählen und laden.
PULS hat eine andere Aufgabe. Elbit beschreibt einen Werfer, der mehrere Raketentypen von derselben Plattform einsetzen kann. Das Produktmaterial nennt Übungsraketen und präzisionsgelenkte Munition. Die Ausbildung muss entsprechend unterschiedliche Aufgaben abbilden.
Elbits PULS-Übersicht vom 19. Februar beschreibt Munition verschiedener Reichweiten: ACCULAR für 35 Kilometer, EXTRA für 150 Kilometer und Predator Hawk für bis zu 300 Kilometer. Hinzu kommen laut Hersteller die Integration fremder Munition und Übungsraketen kürzerer Reichweite, mit denen Szenarien für gelenkte Munition trainiert werden können. Das sind Herstellerangaben zur Produktfamilie; die Ausbildungsmitteilung vom November listet keinen israelischen Kauf jedes einzelnen Raketentyps auf.
Boaz Cohen, Leiter von Elbit Systems Land & Armaments, bezeichnete das Zentrum als integrierte und vernetzte Ausbildungslösung. Er verband die eigens geschaffene Infrastruktur mit immersiver Simulation und einer dauerhaften Zusammenarbeit während der Vertragslaufzeit. Das Angebot umfasst damit einen laufenden Ausbildungsbetrieb neben Entwicklung und Lieferung der Technik. Unterricht und technische Unterstützung sollen auch nach der Übergabe fortgesetzt werden.
Das israelische Zentrum folgt auf einen getrennten europäischen Auftrag für PULS-Werfer und EXTRA-MR-Raketen. Exportvertrag und israelisches Ausbildungsabkommen haben unterschiedliche Kunden und Zwecke.
Bereitschaft als Teil der Beschaffung
Personal parallel zur Technik vorzubereiten, ist auch Thema der IDF-Planung für einen Überraschungskrieg und operative Bereitschaft. Die neue Mitteilung betrifft Ausbildungsinfrastruktur der Artillerie, keinen Einsatzbefehl.
Elbits Veröffentlichung vom 2. November nennt kein öffentliches Eröffnungsdatum. Das Unternehmen soll die Ausbildungssysteme entwickeln und liefern und anschließend über die gesamte Vertragslaufzeit von 15 Jahren Unterricht, Wartung und Unterstützung bereitstellen.



