Drei Angeklagte bestreiten iranische Überwachungsvorwürfe bei Prozessbeginn in London

Die Staatsanwaltschaft sieht in der Überwachung Vorbereitungen für schwere Gewalt. Die drei Männer haben sich vor dem Woolwich Crown Court nicht schuldig bekannt.
Drei iranische Männer stehen in London vor Gericht, weil sie durch Überwachung den iranischen Geheimdienst unterstützt und Gewalt gegen Menschen in Großbritannien vorbereitet haben sollen. Alle bestreiten die Anklage. Der Prozess am Woolwich Crown Court begann am Dienstag, 6. Oktober, mit der Darstellung der Staatsanwaltschaft zu mutmaßlich überwachten Journalisten von Iran International.
Angeklagt sind Mostafa Sepahvand, 41, Farhad Javadi Manesh, 46, und Shapoor Qalehali Khani Noori, 57. Sky News berichtete über den Auftakt. Die ursprüngliche Erklärung des Crown Prosecution Service, CPS, nennt den mutmaßlichen Tatzeitraum und die verschiedenen Vorwürfe gegen die Männer.
Was die Staatsanwaltschaft vorträgt
Staatsanwalt Bill Emlyn Jones sagte den Geschworenen, die Angeklagten hätten mindestens zwei Journalisten des persischsprachigen Senders ausgeforscht und beobachtet. Zu den behaupteten Vorbereitungen gehörten Besuche an zugeordneten Adressen, Fotografien, Videoaufnahmen und Internetrecherchen.
Sepahvand habe einen Angriff ausführen sollen, während die beiden anderen durch Überwachung Unterstützung geleistet hätten. Prozessberichte beschrieben außerdem Nachrichten, in denen er angeblich über 150.000 Pfund für das Auffinden und Angreifen eines Journalisten gesprochen habe. Dies sind Vorwürfe der Anklage und keine Feststellungen der Geschworenen.
Iran International berichtet für Menschen innerhalb und außerhalb Irans über das Land. Im Verfahren geht es um Personen, die in Großbritannien arbeiten. Damit wird eine mutmaßliche Tätigkeit eines ausländischen Geheimdienstes Gegenstand eines britischen Strafprozesses.
Die Anklage unterscheidet die Rollen
Alle drei sind nach Abschnitt 3 des National Security Act von 2023 wegen Verhaltens angeklagt, das einem ausländischen Geheimdienst materiell helfen konnte. Der behauptete Zeitraum reicht nach CPS-Angaben vom 14. August 2024 bis zum 16. Februar 2025.
Sepahvand wird zusätzlich nach Abschnitt 18 vorgeworfen, Überwachung, Erkundung und Recherche mit der Absicht betrieben zu haben, selbst schwere Gewalt gegen eine Person im Vereinigten Königreich auszuüben. Die entsprechenden Vorwürfe gegen Javadi Manesh und Noori beziehen sich auf Vorbereitungen für Gewalt durch andere.
Das Verfahren trennt somit die angebliche Geheimdiensthilfe von der mutmaßlichen Gewaltvorbereitung. Zugleich unterscheidet es die Sepahvand zugeschriebene Rolle von denen seiner Mitangeklagten. Ob die vorgelegten Beweise diese Vorwürfe tragen, hat das Gericht zu entscheiden.
Wie die Verteidigungspositionen dargestellt wurden
Beim Auftakt schilderte der Staatsanwalt, welche Argumentation er von der Verteidigung erwarte. Sepahvand werde sich darauf berufen, aus Angst vor den Folgen einer Weigerung gehandelt und Aufgaben bewusst schlecht erledigt zu haben. Die anderen beiden würden erklären, sie hätten nicht gewusst, dass ihre Tätigkeit dem iranischen Geheimdienst helfe.
Diese Schilderung stammt aus der Darstellung der Anklage. Sie ist weder als vereidigte Aussage der Angeklagten noch als bereits gehaltene eigenständige Eröffnung ihrer Verteidiger zu behandeln. Auch die beschriebenen Absichten sind noch Gegenstand des Verfahrens.
Der CPS gab die Anklage im Mai 2025 bekannt. Neu sind der Prozess im Oktober 2026 und die öffentliche Präsentation des staatsanwaltlichen Falls, nicht eine neue Festnahme oder Verurteilung. Die Verhandlung dauerte bei Redaktionsschluss an. Die drei Männer halten an ihren Unschuldsbekenntnissen fest.



