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Kanal 12: Netanyahu lehnte Schlag gegen Hamas-Führung vor dem 7. Oktober ab

Eine geschlossene Mappe liegt auf einem langen Konferenztisch in einem dunklen Raum mit Lederstühlen und halb geschlossenen Jalousien.
Kanal 12 berichtet über Netanyahu Hinweis

Kanal 12 wirft Benjamin Netanyahu vor, im September 2023 einen Angriff auf Hamas-Führer nicht genehmigt zu haben. Die Times of Israel fasste die Darstellung am 15. Oktober 2026 zusammen und meldete, sein Büro lehne eine Stellungnahme ab.

Im Mittelpunkt steht ein Treffen vom 14. September 2023, gut drei Wochen vor dem Hamas-Massaker. Die Quelle von Kanal 12 war ein ungenannter ranghoher Teilnehmer. Der Vorwurf betrifft eine Entscheidung über militärisches Handeln, nicht einen Beleg dafür, dass die Teilnehmer den Plan für den Angriff vom 7. Oktober kannten.

Der behauptete Austausch mit Ronen Bar

Stav Levaton von der Times of Israel beschrieb die Darstellung von Kanal 12 über ein Treffen mit führenden Mitarbeitern des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet vor Rosch Haschana, dem jüdischen Neujahrsfest. Netanyahu habe gezielte Tötungen angesprochen. Der damalige Geheimdienstchef Ronen Bar habe erklärt, Hamas-Führer könnten in ihren Büros in Gaza angegriffen werden.

Der anonyme Teilnehmer sagte, Netanyahu habe eine kleinere Aktion bevorzugt, sofern kein größerer Angriff erfolge. Die zugängliche Darstellung nennt die vorgeschlagenen Ziele nicht namentlich. Sie schildert eine Diskussion und die Ablehnung des vorgeschlagenen Schlags, veröffentlicht aber weder einen Einsatzbefehl noch ein Sitzungsprotokoll.

Ein paralleler Vorschlag mit Katar

Kanal 12 behauptete außerdem, Netanyahu habe den Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Gebieten, COGAT, angewiesen, von Katar finanzierte wirtschaftliche Vergünstigungen im Austausch für Ruhe zu prüfen. Die Darstellung nennt auch ein Treffen mit Katars Gesandtem Mohammed al-Emadi.

COGAT koordiniert israelische Regierungsaktivitäten mit Bezug auf die palästinensischen Gebiete. Der Vorwurf lautet, wirtschaftliche Anreize seien parallel zu militärischen Optionen geprüft worden. Ein veröffentlichter Zahlungsnachweis, der die Genehmigung oder Ausführung einer konkreten Überweisung bei diesem Treffen belegen würde, liegt damit nicht vor.

Israel News Pulse konnte den Originalbeitrag von Kanal 12 oder die zugrunde liegenden Sitzungsunterlagen nicht unabhängig beschaffen. Die Times of Israel hielt fest, dass das Büro des Ministerpräsidenten eine Stellungnahme zu genau dieser Darstellung ablehnte. Das ist weder ein Dementi noch eine Bestätigung.

Bars gesonderte Verleumdungsklage

Die Veröffentlichung folgte auf die Meldung vom 14. Oktober, Bar habe Netanyahu auf drei Millionen Schekel verklagt. Das Verfahren betrifft Netanyahus Aussagen vom 28. September, Bar habe ihn vor dem Angriff vom 7. Oktober nicht gewarnt. Es ist keine gerichtliche Feststellung über den im September erwogenen Schlag.

In der von der Times of Israel beschriebenen Klage erklärte Bar, er habe zuvor wiederholt gewarnt. Shin-Bet-Mitarbeiter hätten während der Nacht Informationen an das Militärsekretariat des Ministerpräsidenten weitergegeben. Bar räumte auch ein, sein Dienst habe das volle Ausmaß des Hamas-Angriffs nicht vorausgesehen. Netanyahus Anschuldigung und Bars Darstellung bleiben gegensätzliche Positionen in diesem Streit.

Die Frage nach Verantwortung

Hamas-Terroristen und weitere Angreifer töteten am 7. Oktober 2023 etwa 1.200 Menschen und verschleppten 251. Der anhaltende Streit betrifft sowohl die Politik vor dem Massaker als auch den Umgang mit Warnungen unmittelbar davor. Diese Fragen hängen zusammen, erfordern aber unterschiedliche Unterlagen und Zeugenaussagen.

Die Times of Israel berichtete am 14. Oktober, Netanyahu habe der Einrichtung einer staatlichen Untersuchungskommission nicht zugestimmt. Die Behauptung über das Septembertreffen benennt eine weitere konkrete Entscheidung zur Prüfung. Sie belegt nicht, dass ein anderer Angriff das Massaker verhindert hätte, und ersetzt keine vollständige Untersuchung der politischen, nachrichtendienstlichen und militärischen Entscheidungen davor.

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