Bezeq und Adgar planen Rechenzentrum in Petah Tikva für bis zu 500 Millionen Schekel

Bezeq und Adgar haben eine unverbindliche Absichtserklärung für ein Rechenzentrum in Petah Tikva unterzeichnet. Beide Seiten rechnen mit jeweils 200 bis 250 Millionen Schekel Investition. Der Betriebsstart ist für 2028 geplant, vorbehaltlich eines endgültigen Vertrags und der Genehmigungen.
Die vorgeschlagene Anlage würde auf einem Grundstück von Adgar in Petah Tikva mindestens 16 Megawatt Kapazität bieten. Bezeqs Börsenmitteilung vom 5. November sieht eine gleichmäßige Aufteilung von Investitionen, Ausgaben und Einnahmen vor. Beide Partner sollen Eigentümer der jeweils eingebrachten Vermögenswerte bleiben.
Ein Standort im Industriegebiet Kiryat Arye
Das Fachmedium Real Estate Center nennt Adgar Hub in der Efal-Straße 33 im Industriegebiet Kiryat Arye als geplanten Standort. Die Anlage soll demnach unterirdisch entstehen und rund 14.000 Quadratmeter umfassen.
Laut Bezeqs Mitteilung liegt eine verbindliche Zustimmung der Israel Electric Corporation für einen anfänglichen Netzanschluss von etwa 16 Megawatt ausschließlich für das Projekt vor. Adgar hatte Bezeq mitgeteilt, dass die Baugenehmigungen in den kommenden Wochen erwartet würden.
Der Vorschlag ergänzt die Debatte über mehr Rechenkapazität für künstliche Intelligenz um konkrete Infrastruktur. Bezeq-Chef Nir David verband das Vorhaben mit wachsender Nachfrage nach zuverlässiger Computerinfrastruktur, wie Real Estate Center berichtete.
Die Partner teilen die Aufgaben auf
Adgar würde Gebäude, Zufahrten und Infrastruktur bis zum Gebäudeeingang bereitstellen sowie Bauarbeiten und technische Anpassungen übernehmen. Bezeq würde Geräte und Systeme kaufen und ihre Installation bis zur Bereitschaft für den kommerziellen Betrieb leiten.
Betrieb und Management sollen Bezeq oder ein beauftragter Anbieter zu Marktpreisen übernehmen. Geplant ist ein Gemeinschaftsvorhaben ohne Gründung einer eigenständigen Gesellschaft.
Jede Seite will ihren Anteil aus eigenen Mitteln finanzieren, ohne Kreditaufnahme auf Projektebene. Zusammengerechnet ergeben die beiden Schätzungen ein geplantes Investitionsvolumen von 400 bis 500 Millionen Schekel.
Zugang für mehrere Telekommunikationsanbieter
Die Börsenmitteilung bezeichnet das Zentrum als betreiberneutral. Es soll damit verschiedene Telekommunikationsanbieter unterstützen und Kunden eine Auswahl bei den Verbindungen ermöglichen, anstatt die gesamte Anlage an ein einziges Netz zu binden.
Unternehmen berücksichtigen bei Hosting-Entscheidungen sowohl die Infrastruktur als auch die Sicherheit ihrer Unternehmensdaten. Nach Darstellung von Real Estate Center richten die Partner die Entwicklung auf die Nachfrage nach Cloud-Diensten und fortschrittlicher Datenverarbeitung aus.
Das Gemeinschaftsvorhaben soll ab Bereitstellung des Gebäudes 24 Jahre und elf Monate laufen. Adgar hätte eine Verlängerungsoption, deren Bedingungen beide Partner noch vereinbaren müssten.
Zuerst ist ein endgültiger Vertrag erforderlich
Die Absichtserklärung legt eine Exklusivitätsphase von 90 Tagen fest, die bei fortgesetzten Verhandlungen um weitere 60 Tage verlängert werden kann. Voraussetzung für den Abschluss sind ein detaillierter Vertrag, die Zustimmung der zuständigen Unternehmensorgane, ein gültiger Bebauungsplan und eine Baugenehmigung sowie die Einhaltung der geltenden Gesetze.
Bezeq erwartet, dass die Investitionen 2027 und 2028 erfolgen. Mit zunehmender Auslastung prognostiziert das Unternehmen für die Bezeq-Gruppe jährlich 50 bis 80 Millionen Schekel Umsatz und 25 bis 40 Millionen Schekel EBITDA. Diese Kennzahl bezeichnet das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf materielle und immaterielle Vermögenswerte.
Es handelt sich um Unternehmensprognosen. Bezeq erklärte, tatsächliche Bau- und Betriebskosten, Nachfrage und endgültige Geschäftsbedingungen könnten das Ergebnis verändern.



