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Iran

Iran ändert seine Hormus-Taktik, während Angriffe die Schifffahrt unter Druck setzen

Ein Öltanker und Frachtschiffe liegen bei ruhiger See unter einem goldenen Morgenhimmel zwischen fernen felsigen Küsten.
Schifffahrt bei Hormus Hinweis

Iran ändert sein Vorgehen gegen die Schifffahrt in und um die Straße von Hormus, erklärten zwei hochrangige iranische Vertreter Reuters am 14. Oktober 2026. Ein Ziel sei es, Bemühungen um niedrigere Ölpreise vor den US-Zwischenwahlen zu durchkreuzen.

Ihre Darstellung fällt mit Schifffahrtswarnungen zusammen, die Treffer durch Geschosse, Drohnenangriffe und Drohungen gegen Besatzungen von Handelsschiffen dokumentieren. Die Erklärung der Vertreter zum politischen Ziel Teherans ist eine ihnen zugeschriebene Aussage; die Vorfälle liefern davon unabhängige Belege für die Gefahr, der Schiffe auf dieser Route ausgesetzt sind.

Druck in einem größeren Seegebiet

Die Vertreter sagten Reuters, die Änderungen beträfen Art und Tempo der Angriffe, wobei sich die Operationen über die Meerenge hinaus erstreckten. Ein US-Militärvertreter beschrieb gesondert den iranischen Einsatz von Beobachtern auf kleinen Booten, nachdem Radarkapazitäten beschädigt worden seien. Diese Angaben zum operativen Vorgehen stammten von namentlich nicht genannten Vertretern.

Öffentliche Schifffahrtsberichte vermitteln ein konkreteres Bild dessen, was Besatzungen erlebten. Der Lagehinweis des Joint Maritime Information Center vom 8. Oktober verzeichnete Angriffe auf Tanker und Flüssigerdgasfrachter sowie einen Vorfall, bei dem ein Schiff über Funk bedroht und zur Umkehr aufgefordert wurde.

Der Lagehinweis unterschied zwischen Angriffen, verdächtigen Aktivitäten und Störungen. Diese Kategorien sollten nicht zu einer einzigen Zahl getroffener Schiffe zusammengefasst werden, insbesondere wenn ein Vorfall erst mehrere Tage nach seinem Eintreten gemeldet wird.

Was die Warnungen belegen

Einer der dokumentierten Angriffe betraf am 5. Oktober den Tanker ON PEACE. Unter Berufung auf das indische Außenministerium hieß es in dem Lagehinweis, zwölf Besatzungsmitglieder seien verletzt und evakuiert worden, nachdem ein nicht identifiziertes Geschoss das Schiff getroffen habe.

Andere Einträge beschrieben Schiffe, die ihre Fahrt nach Angriffen fortsetzten, und Besatzungen, die unverletzt blieben. Iran International zählte in seiner Auswertung späterer UKMTO-Warnungen vom 13. Oktober zwölf Handelsschiffe, die innerhalb einer Woche angegriffen worden seien, darunter sechs am 11. Oktober. Einige Angriffe wurden erst mit später veröffentlichten Warnungen öffentlich bekannt.

Ein nicht identifiziertes Geschoss belegt nicht, wer für den jeweiligen Vorfall verantwortlich ist. Dieselbe JMIC-Bewertung dokumentierte jedoch auch Schikanen durch die Revolutionsgarden und hielt die Einstufung der Bedrohung in der Straße von Hormus als schwerwiegend aufrecht.

Eine schmale Passage mit weltweiter Bedeutung

Die Straße von Hormus verbindet zwischen Iran und Oman den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Nach Berechnungen der US-Energieinformationsbehörde passierten sie 2024 täglich rund 20 Millionen Barrel Öl. Das entsprach etwa 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs flüssiger Erdölprodukte.

Auch rund 20 Prozent des weltweiten Handels mit Flüssigerdgas nutzten in jenem Jahr diese Route, überwiegend aus Katar. Das sind historische Vergleichswerte, keine Messungen des aktuellen Schiffsverkehrs unter Kriegsbedingungen.

Rohöl der Sorte Brent schloss am 14. Oktober bei 106,06 US-Dollar pro Barrel, wie Reuters berichtete. Der Preis spiegelt mehrere Angebotsfaktoren wider; er lässt sich nicht allein auf eine iranische politische Strategie zurückführen.

Blockade und konkurrierende Ansprüche

Der JMIC-Lagehinweis bestätigte außerdem, dass die US-Blockade iranischer Häfen weiter durchgesetzt wurde. Beschränkungen des Zugangs zu diesen Häfen sind von einer pauschalen Sperrung der internationalen Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu unterscheiden.

CENTCOM wies Irans Anspruch auf Kontrolle über die Meerenge in einer Erklärung vom Oktober zurück, über die Anadolu berichtete. Konkurrierende Kontrollansprüche haben die praktische Gefahr nicht beseitigt: Handelsschiffsbetreiber sind weiterhin Angriffen, Druck bei der Routenwahl und Störungen der Navigation ausgesetzt. Für die Energiemärkte ist entscheidend, ob Schiffe und Ladungen sicher und verlässlich befördert werden können.

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