Israel fordert libanesische Kontrollposten zur Eindämmung der Hisbollah

Israel hat den Libanon nach Angaben von Kan um Truppen und Kontrollposten in Wohngebieten von Hisbollah-Mitgliedern gebeten. Damit soll bei neuen Kämpfen mit dem Iran eine weitere Front verhindert werden.
Die Bitte sei über amerikanische Vermittler übermittelt worden, berichtete Kan am Montagabend. Israel National News und The Times of Israel griffen die Meldung auf. Eine israelische Sicherheitsquelle begründete die Forderung mit der Sorge, Druck aus Teheran könnte die Hisbollah in erneute Kämpfe hineinziehen.
Gefordert sind Maßnahmen vor Ort
Die beschriebene israelische Botschaft verlangt von der libanesischen Armee, ihre Kräfte neu zu verteilen und Kontrollposten in Gebieten einzurichten, die mit Mitgliedern der Hisbollah verbunden sind. Beirut soll seine eigenen Sicherheitskräfte einsetzen, um die Terrororganisation daran zu hindern, eine Front gegen Israel zu eröffnen.
Israel habe die libanesische Regierung zudem gewarnt, ein Angriff der Hisbollah werde neue Kämpfe im Libanon auslösen. Die Botschaft verbindet damit eine präventive Bitte an die Behörden mit einer Warnung vor den Folgen eines Kriegseintritts der Organisation.
Kans Bericht handelt von diplomatischen Kontakten und Sicherheitsgesprächen. Die darin beschriebene Maßnahme ist Israels Forderung nach einer Truppenverlegung. Die vorgeschlagenen Kontrollposten sollen die Bewegungsfreiheit der Hisbollah beeinflussen.
Der Iran prägt die Lage im Norden
Die berichtete Sorge verbindet zwei Schauplätze, die israelische Verteidigungsplaner gemeinsam betrachten müssen: Iran und Libanon. Die Fähigkeit der Hisbollah, aus dem Norden anzugreifen, erweitert Israels Vorbereitung auf mögliche neue Kämpfe mit dem Iran um eine weitere Dimension.
Die Bitte an Beirut soll diese Bedrohung vor Beginn einer neuen Runde angehen. Im unmittelbaren Mittelpunkt stehen die Präsenz der libanesischen Armee in den betreffenden Gebieten und ihre Fähigkeit, dort Kontrolle auszuüben.
Israel National News berichtete, die Warnung sei trotz direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in den vergangenen Monaten übermittelt worden. Diplomatischer Austausch und militärische Warnung laufen somit gleichzeitig, während amerikanische Vermittler die Botschaft nach Beirut tragen.
Die Rolle der libanesischen Armee
Die Forderung steht innerhalb eines langjährigen internationalen Rahmens, der die Sicherheitsgewalt dem libanesischen Staat zuweist. Die 2006 verabschiedete Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats verlangt, die Kontrolle der Regierung auf das gesamte Staatsgebiet auszudehnen und Waffen nur mit ihrer Zustimmung zuzulassen.
Für das Gebiet zwischen der Blauen Linie und dem Litani sieht die Resolution bewaffnetes Personal und Ausrüstung ausschließlich der libanesischen Regierung und von UNIFIL vor. Die Blaue Linie bezeichnet die von der UNO im Jahr 2000 festgestellte israelische Rückzugslinie.
UNIFIL beschreibt seine Aufgabe als Überwachung und Meldung von Verstößen sowie Unterstützung der libanesischen Streitkräfte bei der Umsetzung der Resolution. Für die staatliche Kontrolle verantwortlich bleiben Regierung und Sicherheitsinstitutionen des Libanon.
Waffen und Stationierungen im Mittelpunkt
Israels jüngste berichtete Bitte folgt auf anhaltende Aufmerksamkeit für den Umgang des Libanon mit Hisbollah-Sprengstoff. Kontrollposten, Truppen und Waffenkontrolle betreffen verschiedene Teile derselben praktischen Frage: Kann der Staat die militärische Tätigkeit der Organisation einschränken?
Die Resolution 2790 von 2025 forderte internationale Unterstützung für die libanesischen Streitkräfte, einschließlich Ausrüstung, Material und Finanzierung, um ihre Stationierung südlich des Litani dauerhaft zu ermöglichen. Sie verlangte zudem Hilfe beim Aufbau eines Gebiets ohne unzulässige Waffen.
Ausdrücklich ermutigte der Text zu UNIFIL-Operationen zur Entdeckung von Tunneln und Waffenlagern sowie zur Stärkung der libanesischen Armee bei der Umsetzung von Resolution 1701.



