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Jüdische Welt

Papst Leo bekräftigt bei AJC Treffen den Kampf gegen Antisemitismus

Zwei leere Stühle in einem ruhigen Hof mit der Kuppel des Petersdoms im Hintergrund.
Dialog zwischen Juden und Katholiken Hinweis

Papst Leo XIV. hat bei einem Treffen mit führenden Vertretern des American Jewish Committee, AJC, am 22. Oktober im Vatikan die Ablehnung von Antisemitismus durch die katholische Kirche bekräftigt. Auch tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten dürften niemals in Vorurteile oder Feindseligkeit umschlagen, warnte er. Seine Ansprache stellte Menschenwürde und Religionsfreiheit in den Mittelpunkt der Beziehungen zwischen Juden und Katholiken.

Das Treffen fand im Konsistoriensaal statt. Der Vatikan veröffentlichte die Ansprache, während OSV News und Jewish Insider über die Begegnung berichteten. Für die jüdische Delegation lag die Bedeutung sowohl in der fortdauernden Beziehung als auch in der öffentlichen Erklärung gegen Hass. Die Begegnung stand damit im Zusammenhang einer länger bestehenden Zusammenarbeit zwischen den Gemeinschaften.

Eine Verpflichtung aus der kirchlichen Lehre

Leo erinnerte an die Erklärung Nostra Aetate und deren sechzigstes Jubiläum im Jahr 2025. Er wiederholte seine damalige Position: Der Widerstand gegen Antisemitismus sei im Evangelium selbst begründet. Er beschrieb die Verpflichtung als Teil der religiösen Verantwortung der Kirche. Sie wurde damit über eine diplomatische Höflichkeit gegenüber den Besuchern hinaus begründet.

Der Papst verband die Freundschaft zwischen den Gemeinschaften außerdem mit Dienst, Gerechtigkeit und dem Schutz der Religionsfreiheit. In diesem Verständnis gehört die Ablehnung religiöser und ethnischer Diskriminierung zur täglichen Arbeit an der Beziehung. Sie ist kein gesondertes Thema, das nur nach einem Angriff oder einer öffentlichen Kontroverse zur Sprache kommen sollte.

Die Bedeutung des Datums

Die Audienz fiel auf den katholischen Gedenktag des heiligen Johannes Paul II. Leo würdigte dessen Arbeit zur Vertiefung der Freundschaft zwischen Juden und Katholiken und verwies auf eine Ansprache an das AJC von 1995. So verband er das Treffen am Donnerstag mit einer Beziehung, die über verschiedene Pontifikate und Generationen jüdischer Führungspersönlichkeiten hinweg gewachsen ist.

Seine zentrale Warnung galt der Grenze zwischen Meinungsverschiedenheit und Feindseligkeit. Die veröffentlichte Rede verlangte von den beiden Gemeinschaften keine Einigkeit in sämtlichen Fragen. Sie machte vielmehr deutlich, dass auch ernste Differenzen Vorurteile nicht rechtfertigen können. Gerade bei schwierigen Gesprächen erhält Dialog dadurch seinen Sinn, statt nur bei bereits vorhandener Übereinstimmung einen Platz zu haben.

Jüdische Vertreter sehen eine Chance

AJC Geschäftsführer Ted Deutch sagte Jewish Insider, die Begegnung habe das Engagement der Kirche gegen Antisemitismus und für den weiteren Dialog gestärkt. Rabbiner Noam Marans, zuständig für interreligiöse Beziehungen beim AJC, betonte die Reichweite der katholischen Kirche. Ihre Stimme habe Bedeutung für ein Publikum, das weit über die Anwesenden im Raum hinausreiche.

Nach Angaben von OSV News maß Marans dem Zeitpunkt der Audienz besondere Bedeutung bei. Leo hatte nach einer Operation erst vor Kurzem wieder öffentliche Begegnungen aufgenommen. Marans wertete den Empfang als Zeichen dafür, welchen Stellenwert die Beziehungen zum jüdischen Volk für den Papst haben. Das war die Einschätzung der Delegation neben den Aussagen der veröffentlichten Ansprache.

Eine Beziehung mit weiterer Arbeit

Die Vatikanrede beschrieb Brüderlichkeit als besonders dringend in einer von Gewalt und Misstrauen gezeichneten Welt. Leo rief dazu auf, die Beziehung durch praktische Gesten auszudrücken. Seine Worte gaben eine religiöse und moralische Richtung vor. Die Ansprache kündigte jedoch weder ein neues Sicherheitsprogramm noch einen Zeitplan für institutionelle Reformen an.

Für jüdische Gemeinschaften hängt der Wert dieser Richtung auch davon ab, wie sie in Unterricht, örtliche Beziehungen und öffentliche Reaktionen auf Hass einfließt. Das Treffen machte eine klare öffentliche Verpflichtung des Papstes sichtbar. Die fortlaufende Arbeit am Dialog liegt weiterhin bei den Menschen und Institutionen, die für seinen Erhalt und seine Weiterentwicklung verantwortlich sind.

Leo schloss mit Dank, der Zusicherung seines Gebets und dem hebräischen Gruß Schalom. Nach einer Rede über Jahrzehnte des Austauschs richtete dieses Ende den Blick wieder auf die Besucher selbst. Das unmittelbare Ergebnis war eine erneuerte Bekräftigung: Freundschaft mit Juden und Widerstand gegen Antisemitismus gehören zu den dauerhaften Verantwortlichkeiten der Kirche.

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