Emiratischer Generalstaatsanwalt: flydubai-Copilot plante Selbstmordanschlag auf Ben-Gurion-Terminal

Der Generalstaatsanwalt nennt das Passagierterminal als geplantes Ziel. Die Ermittler prüfen weiterhin Beweise und mögliche Mittäter.
Der omanische Copilot, dem der Angriff auf den Kapitän von flydubai-Flug FZ1073 vorgeworfen wird, wollte das Flugzeug übernehmen und in das Passagierterminal von Ben Gurion steuern. Das erklärte der Generalstaatsanwalt der Emirate, Hamad Saif Al Shamsi, am 9. Oktober 2026. Der Flug von Dubai nach Tel Aviv wurde nach dem Angriff vom 30. September nach Tabuk in Saudi-Arabien umgeleitet.
Reuters identifizierte den Verdächtigen als Hamam al-Hammami. Er ist Gegenstand laufender Ermittlungen, nicht verurteilt. Die Erklärung kündigt weitere Beweiserhebungen an, keinen Prozesstermin oder eine endgültige Anklageschrift.
Staatsanwaltschaft schildert Vorbereitung
Al Shamsis Erklärung, verbreitet von der staatlichen Agentur WAM und abgedruckt bei Al Ittihad, beschreibt einen vorsätzlich geplanten Anschlag mit „terroristischer Zielsetzung“. Der beabsichtigte Absturz sollte demnach möglichst viele Menschen im Terminal töten.
Laut Staatsanwaltschaft führten die Ermittler die extremistischen Vorstellungen des 29-Jährigen auf seine Studienzeit in Australien 2017 zurück. Laut Erklärung hatte er sich von den Anschlägen des 11. September 2001 inspirieren lassen und diese Absicht mit seiner Berufswahl in der Luftfahrt verbunden.
Den Ermittlungen zufolge soll er außerdem zwei frühere Flüge nach Tel Aviv genutzt haben, um Route und Flughafen kennenzulernen, bevor er auf dem dritten Flug den Angriff versuchte. Dies sind Angaben der Staatsanwaltschaft zu Vorbereitung und Motiv.
Rückgewinnung der Kontrolle
Der Verdächtige habe den Kapitän im Cockpit mit der Notaxt angegriffen, sagte der Generalstaatsanwalt. Ein Pilot für den Rückflug bemerkte ungewöhnliches Öffnen und Schließen der Cockpittür, betrat den Raum mit dem Zugangscode und sah den Angriff.
Laut Erklärung griff er mit einem Kabinenmitglied und Passagieren ein. Sie retteten den verletzten Kapitän und überwältigten den Verdächtigen. Der Rückflugpilot und sein Copilot übernahmen anschließend die Steuerung und landeten sicher in Tabuk.
Die Staatsanwaltschaft befragte Piloten und Besatzung. Ein rechtsmedizinischer Bericht stellte Kopfverletzungen fest, die zu einem Werkzeug wie der Notaxt passen und die Aussagen des Kapitäns, des Verdächtigen und der Zeugen stützen.
Einstellung und weitere Ermittlungen
Nach Angaben der Erklärung kam der Verdächtige im Januar 2026 nach Tätigkeiten bei Oman Air und Royal Air Maroc zu flydubai. Er erfüllte die beruflichen und sicherheitsbezogenen Einstellungsvorgaben einschließlich Lizenz, Führungszeugnis und vorgeschriebener Prüfungen, ohne dass diese Prüfungen den mutmaßlichen Plan aufdeckten.
Al Shamsi sagte, der Verdächtige habe in Anwesenheit seines Anwalts umfassend gestanden und behauptet, allein gehandelt zu haben. Ermittler prüfen diese Darstellung weiter, suchen mögliche Mittäter oder Verbindungen und untersuchen Aufzeichnungen und technische Berichte.
Die offizielle Mitteilung benennt damit ein mutmaßliches Ziel und eine Vorbereitung, während das Strafverfahren offen bleibt. Weitere Erkenntnisse sollen nach Maßgabe der Ermittlungen veröffentlicht werden.



