Israel beendet Stimmenauszählung: Keiner der großen Blöcke hat eine Mehrheit

Alle Stimmen sind ausgezählt. Netanjahus Block hat 53 Sitze, Eisenkots Block 48 und die arabischen Parteien 19. Damit bleiben beide großen Lager unter den 61 Sitzen, die für eine Mehrheit nötig sind.
Israel hat die Stimmenauszählung abgeschlossen, und weder der Block von Benjamin Netanjahu noch der von Gadi Eisenkot geführte Block hat eine Mehrheit in der Knesset mit ihren 120 Sitzen. Der Zentrale Wahlausschuss wird das amtliche Endergebnis am 4. November veröffentlichen.
Nach Auszählung aller Stimmen und unter Anwendung der Reststimmenabkommen zwischen den Listen kommt Netanjahus Block auf 53 Sitze, Eisenkots Block auf 48 und die arabischen Parteien auf 19.
Mehr als 5,7 Millionen abgegebene Stimmen
Die Auszählung nennt 5.704.141 abgegebene Stimmen, davon 5.678.352 gültige und 25.789 ungültige.
Netanjahus Lager erhielt 44,15% der gültigen Stimmen, Eisenkots Lager 40,49% und die arabischen Parteien 14,75%. Damit liegt Netanjahus Block um 3,66 Prozentpunkte vorn.
Sitze nach Parteien
Der Likud ist mit 27 Sitzen die stärkste Partei, gefolgt von Eisenkots Jaschar mit 21 und Naftali Bennetts Gemeinsam mit 12. Die Vereinte Liste hat 11 Sitze, Die Demokraten und Ra'am haben jeweils 8.
Jisrael Beitenu, Otzma Jehudit und Vereinigtes Thora-Judentum gewannen jeweils 7 Sitze. Schas sowie Religiöser Zionismus und Zehut haben jeweils 6, für Schas das schwächste Ergebnis seit 1992.
Zwei Listen scheiterten an der Sperrklausel von 3,25%: Reservisten und Wirtschaft mit 2,72% der Stimmen und Amcha Jisrael mit 1,68%.
Reststimmenabkommen entschieden über den letzten Sitz
Knesset-Sitze erhalten nur Listen, die die Sperrklausel von 3,25% überwinden, verteilt werden sie nach dem Bader-Ofer-Verfahren. Fünf Listenpaare unterzeichneten Reststimmenabkommen: Gemeinsam und Jisrael Beitenu, Jaschar und Die Demokraten, die Vereinte Liste und Ra'am, Likud und Religiöser Zionismus sowie Schas und Vereinigtes Thora-Judentum.
Die Abkommen entschieden über den 120. Sitz. Ohne sie ginge er an Schas, und die arabischen Parteien hätten 18 Sitze. Mit ihnen geht er an Ra'am, womit die arabischen Parteien auf 19 kommen.
Die Mehrheit muss erst noch entstehen
Netanjahus Block fehlen acht Sitze zu den 61, die für eine Mehrheit nötig sind, Eisenkots Block fehlen 13.
Die 19 Sitze der arabischen Parteien haben in dieser Rechnung großes Gewicht. Beide großen Lager benötigen für eine Regierungsbildung Unterstützung über ihre eigenen Blöcke hinaus.



