Mladenow verurteilt Druck der Hamas auf Händler im Gazastreifen

Der Gaza-Gesandte Nikolaj Mladenow verurteilte am 15. Oktober 2026 die Einschüchterung von Händlern durch die Hamas und forderte den Schutz ziviler Lieferketten. Anlass war ein Stopp kommerzieller Lieferungen, über dessen Ursache Israel und der Lkw-Verband im Gazastreifen streiten.
Im Mittelpunkt des aktuellen Streits stehen Zahlungen, die von Importeuren verlangt werden, sowie die Frage, wer die Koordinierung ihrer Lastwagen eingestellt hat. Die israelische Behörde zur Koordinierung der Regierungsaktivitäten in den Gebieten, COGAT, erklärte, Händler hätten sich wegen Drohungen und Abgabenforderungen der Hamas zurückgezogen. Der Verband privater Lkw-Unternehmer im Gazastreifen widersprach dieser Darstellung.
Forderung nach einem Ende der Einschüchterung
Mladenow, der Hohe Repräsentant des Friedensrats für Gaza, erklärte, der Druck auf Händler und Eingriffe in die Versorgung verschärften das Leid der Zivilbevölkerung. Die Times of Israel berichtete über seine Erklärung auf X, einschließlich seiner Forderung, diese Praktiken unverzüglich zu beenden.
Er stellte einen Zusammenhang mit dem umfassenderen Übergang her, den der Friedensplan für Gaza vorsieht: zivile Verwaltung, internationale Unterstützung im Sicherheitsbereich und die Außerdienststellung von Waffen. Seine Erklärung war eine Forderung nach Umsetzung, keine Ankündigung, dass diese Regelungen bereits praktisch umgesetzt seien.
Der umstrittene Zahlungsmechanismus
COGAT beschrieb eine verpflichtende Abgabe von rund 10.000 Schekel pro Lastwagen. Israelischen Berichten über einen Brief des COGAT-Koordinators, Generalmajor Yoram Halevy, zufolge wurden Händler bedroht, wenn sie sich weigerten, der Forderung nachzukommen.
AP berichtete über eine abweichende Darstellung des Verbandsvorsitzenden Nahed Sheheiber. Er sagte, Israel habe die Beschränkungen verhängt, und schilderte ein Treffen, bei dem ein Vertreter des Wirtschaftsministeriums in Gaza die verlangte Zahlung als Spende für Staatsbedienstete bezeichnet habe. Die Aussagen über Zwang und die Verantwortung für den Lieferstopp bleiben umstritten.
Es geht um kommerziell eingeführte Waren. Der Stopp dieser Lieferungen sollte nicht als Beleg dafür dargestellt werden, dass sämtliche Wege für humanitäre Hilfe unterbrochen sind. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Beurteilung dessen, was die Bevölkerung Gazas erreicht.
Welche Institutionen vorgesehen sind
Der Friedensrat ist das internationale Aufsichtsgremium unter dem Vorsitz von US-Präsident Donald Trump. Eine Erklärung des Weißen Hauses vom 16. Januar 2026 übertrug ihm die strategische Aufsicht und die Mobilisierung von Ressourcen im Rahmen des Gaza-Plans, den der UN-Sicherheitsrat mit Resolution 2803 gebilligt hatte.
Das Nationale Komitee für die Verwaltung Gazas unter der Leitung von Ali Sha'ath erhielt den Auftrag, öffentliche Dienstleistungen und zivile Institutionen wiederherzustellen. Mladenow wurde ernannt, um die Verbindung zwischen dem Komitee und dem Rat herzustellen und die zivile Arbeit sowie die Sicherheitsarbeit zu koordinieren.
Die Internationale Stabilisierungstruppe hat eine gesonderte Sicherheitsaufgabe. Dieselbe Bekanntmachung ernannte Generalmajor Jasper Jeffers zu ihrem Kommandeur und nannte Aufgaben wie die Entmilitarisierung und die sichere Lieferung von Hilfsgütern und Wiederaufbaumaterial. Diese Ernennungen allein belegen nicht, dass die Truppe bereits im Einsatz ist.
Die Versorgung ist der praktische Prüfstein
Mladenows jüngste Wortmeldung stellt den Schutz von Händlern neben den Schutz humanitärer Hilfe. Eine funktionierende Zivilverwaltung benötigt sowohl Waren, die über die Grenzübergänge ins Gebiet gelangen, als auch eine Verteilung, die nach ihrer Ankunft frei von bewaffnetem Zwang ist.
Die Hamas, eine Terrororganisation, bleibt ein zentraler Faktor dieser Herausforderung. Unmittelbar stellt sich die Frage, ob die Koordinierung kommerzieller Lieferungen wieder aufgenommen wird, ob die umstrittenen Zahlungen fortbestehen und ob die geplanten zivilen und sicherheitsbezogenen Gremien ihre zugewiesenen Aufgaben übernehmen können. Für Händler wird der Übergang daran spürbar werden, wer eine Lieferung kontrolliert und wer dafür Geld verlangt.



